Gold und Silber bei der DM in Erfurt

1.3.2020

Nachdem ich vor 3 Wochen Deutschen Rekord über 60m Hürden gelaufen bin, war es ja schon fast Pflicht, auch den Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt über diese Strecke zu holen. Das gelang mir am Sonntag dann auch in 8,86 Sek. Zuvor war ich allerdings zwei Wochen wegen einem Virusinfekt außer Gefecht gesetzt, konnte nicht trainieren und war bis zuletzt nicht sicher, ob ein Start überhaupt möglich war.

Samstags begannen die Meisterschaften dann mit dem Speerwurf. Mit der zweitbesten Weite angereist, hatte ich dennoch berechtigte Bedenken, was den Ausgang des Wettkampfes anging. Denn neben der Krankheit hatte ich in diesem Winter so gut wie kein Wurftraining absolviert. Dementsprechend bin ich mit meiner Leistung von 47,03m auch sehr zufrieden. Das reichte am Ende auch knapp für die Silber-Medaille.

Am Sonntag freute ich mich dann einfach nur auf ein schönes Rennen. Schon beim Aufwärmen merkte ich, dass ich nicht allzu viel von meiner Schnelligkeit verloren hatte. Vom Start weg kontrollierte ich den Lauf und gewann in 8,86 Sek. sogar in einer Zeit, die ich in diesem Jahr erst einmal unterboten habe. So bin ich jetzt auch hochmotiviert, was die anstehenden Hallen-Europameisterschaften in Braga (POR) angeht.

Die Jagd ist beendet - Deutscher Rekord

8.2.2020

Beim traditionellen Hallensportfest in Ludwigshafen habe ich schon einige Höhen und Tiefen erlebt. Am Samstag kam der absolute Höhepunkt meiner bisherigen Laufbahn als Hürdenläufer dazu: ich bin in 8,78 Sek. neuen Deutschen Hallenrekord in der Altersklasse M45 gelaufen. Der bisherige Rekord lag bei 8,84 Sek. und wurde gehalten von Wolfgang Richter (Leichlinger TV). Aufgestellt hatte er ihn im Jahr 2006.

Das Sprinttraining in den letzten Tagen gab mir schon ein gutes Gefühl. Von Beginn an dominierte ich das Rennen gegen den amtierenden Deutschen Freiluftmeister Dr. Björn Maier. Ich kam gut über alle Hürden, ohne sie wie zuletzt in Fürth zu tuschieren. Auch die beiden letzten Hürden ging ich mit dem nötigen Respekt, aber auch aggressiv genug an, um keine Zeit zu verlieren. Und so ahnte ich im Ziel schon, dass dies gereicht haben musste.

8,78 Sek. bedeutet für mich auch die Einstellung meiner Bestmarke aus dem Vorjahr, was auf eine gute Platzierung bei den anstehenden Hallen-Europameisterschaften Mitte März hoffen lässt. Bis dahin gilt es, die Form zu halten.

Anschließend nehme ich das Training für die Freiluftsaison auf. Denn auch über 110m Hürden gibt es einen Deutschen Rekord, der in greifbarer Nähe ist.

Regen ist mein Element

14.7.2019:

Mit Leinefelde-Worbis hatte ich eine Rechnung offen. Vor drei Jahren fanden hier wie auch in diesem Jahr die Deutschen Seniorenmeisterschaften statt. Als Favorit angereist, scheiterte ich damals an den letzten drei Hürden und wurde knapp Zweiter. Dieses Jahr ließ ich nichts anbrennen. Auch der strömende Regen störte mich nicht. In einem gemeinsamen Rennen mit der Altersklasse M45 gewann ich in 16,37 Sek. und feierte meinen insgesamt sechsten Deutschen-Meister-Titel überhaupt.

Einen Tag später ging ich über 100m an den Start. Mit 12,41 Sek. qualifizierte ich mich knapp nicht für das Finale und wurde somit 9. Im Speerwurf hatte ich mir etwas mehr ausgerechnet. 48,23m war nach sechs Versuchen meine beste Weite, deutlich unter den Leistungen, die ich in diesem Jahr schon gezeigt hatte. Somit war der 4. Platz auch die logische Konsequenz. Das fehlende Krafttraining der letzten Monate hat sich hier doch bemerkbar gemacht.

Meine Saison ist damit beendet. In den nächsten Wochen steht für mich Regeneration auf dem Programm. Im September will ich dann mit Ausdauertraining und Kraftaufbau für die Wintersaison anfangen, um zum Jahreswechsel topfit zu sein. Denn als Jüngster in der neuen Altersklasse M45 verfolge ich das ehrgeizige Ziel, den Deutschen Hallenrekord über 60m Hürden anzugreifen. 8,84 Sek. sind hier zu unterbieten. Diese Zeit bin ich in den letzten Jahren immer gelaufen.

 

WM-Medaille wäre möglich gewesen

31.3.2019:

Bei meiner zweiten Hallen-WM überhaupt sprang zwar keine Medaille heraus, aber Einzelleistungen, mit denen ich sehr zufrieden bin. In Torun (PL) ging es für mich aufgrund der vorhandenen Schulterbeschwerden und starker Konkurrenz nicht um Medaillen. Mit 49,55m blieb ich leicht unter meinen Erwartungen, landete dennoch auf einem guten 7. Platz.

Über 60m startete ich nur, um eine Einschätzung meiner Sprintfähigkeit zu bekommen. 7,65 Sek. bedeuten für mich die beste je gelaufene Zeit und Platz 25 im Gesamtklassement.

Nach ein paar Tagen Erholung standen am Freitag Vormittag die Vorläufe über 60m Hürden auf dem Programm. Mit 8,78 Sek. kam ich als Zweiter mit Saisonbestleistung ins Ziel und qualifizierte mich so direkt ins Finale. Da ich insgesamt die drittschnellste Zeit der beiden Vorläufe hatte, rechnete ich mir realistische Chancen auf eine Medaille aus. Insbesondere die Schritte zur ersten Hürde konnte ich noch schneller setzen.

Das gelang mir im Finale am selben Abend auch ganz gut, dennoch konnte ich mich nicht steigern. Ich bestätigte die Zeit mit 8,79 Sek. und wurde 4. Jan Schindzielorz gewann in neuem Deutschen Rekord mit 7,94 Sek. verdient den Titel. Die beiden Zeiten liegen beide unter der für mich magischen Grenze von 8,84 Sek., die im nächsten Jahr in der höheren Altersklasse Deutschen Rekord bedeuten würde. Insofern bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden. Mit der Staffel wurden wir am Ende in einer Notbesetzung noch Fünfter.

 

Endlich Deutscher Meister im Speerwurf

3.3.2019:

Dass der Körper mit zunehmendem Alter immer öfter Probleme macht, habe ich mittlerweile gelernt. Damit geschickt umzugehen, ist nicht immer einfach. Bei den Deutschen Hallen- und Winterwurf-Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Halle an der Saale habe ich das jedenfalls bestmöglich im Griff gehabt.

So stand am Samstag Speerwurf auf dem Programm. Wegen einer momentan nicht schmerzhaften, aber dennoch vorhandenen Reizung im Schultergelenk war der Plan, direkt im ersten Versuch „einen rauszuhauen“. Mit 50,99m gelang mir das. Denn das war nicht nur der einzige Wurf über 50m in der Konkurrenz, sondern am Ende auch die Siegerweite. Da ich die Konkurrenz nicht unterschätzen wollte, habe ich entgegen der ursprünglichen Planung alle sechs Versuche absolviert, was die Schmerzen im Gelenk wieder aufleben ließ. Das trübte aber die Freude über meinen ersten nationalen Titel im Speerwurf nicht.

Sonntags untermauerte ich über 60m Hürden wieder meine Ambitionen, im nächsten Jahr in der höheren Altersklasse den Deutschen Rekord angreifen zu können. Mit 8,92 Sek. Blieb ich zwar deutlich hinter dem Weltmeister Jan Schindzielorz (8,10 Sek.), bin aber auch hier mit der Leistung und meiner Silbermedaille hochzufrieden.

Dass der Körper mit zunehmendem Alter immer öfter Probleme macht, habe ich mittlerweile gelernt. Damit geschickt umzugehen, ist nicht immer einfach. Bei den Deutschen Hallen- und Winterwurf-Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Halle an der Saale habe ich das jedenfalls bestmöglich im Griff gehabt.

So stand am Samstag Speerwurf auf dem Programm. Wegen einer momentan nicht schmerzhaften, aber dennoch vorhandenen Reizung im Schultergelenk war der Plan, direkt im ersten Versuch „einen rauszuhauen“. Mit 50,99m gelang mir das. Denn das war nicht nur der einzige Wurf über 50m in der Konkurrenz, sondern am Ende auch die Siegerweite. Da ich die Konkurrenz nicht unterschätzen wollte, habe ich entgegen der ursprünglichen Planung alle sechs Versuche absolviert, was die Schmerzen im Gelenk wieder aufleben ließ. Das trübte aber die Freude über meinen ersten nationalen Titel im Speerwurf nicht.

Sonntags untermauerte ich über 60m Hürden wieder meine Ambitionen, im nächsten Jahr in der höheren Altersklasse den Deutschen Rekord angreifen zu können. Mit 8,92 Sek. Blieb ich zwar deutlich hinter dem Weltmeister Jan Schindzielorz (8,10 Sek.), bin aber auch hier mit der Leistung und meiner Silbermedaille hochzufrieden.

EM-Gold über die Hürden

4.8.2017:

Der Sommer in Aarhus (DEN) war verregnet und kühl wie seit Jahrzenten nicht mehr. Doch genau das sollte mir am Ende zum Sieg bei den Europameisterschaften verhelfen. Schon in den Wochen vor der Meisterschaft habe ich teilweise bei starkem Regen trainieren müssen und insgeheim auf ähnliche Bedingungen gehofft, da die favorisierten zwei Spanier meiner Einschätzung nach solche Bedingungen noch weniger leiden konnten als ich. Im Finale regnete es zwar nicht, aber 1,6m Gegenwind werden allgemein beim Hürdensprint auch als schlechte Bedingungen bezeichnet. Also sagte ich mir, ich bin ein Kämpfer und ich gehe mit bester Laune in das Rennen. 15,37 Sek. bedeuten nicht nur eine Verbesserung meiner gerade erst aufgestellten Bestleistung um weiter 4 Zehntel, sondern am Ende auch den verdienten Sieg und den Titel EUROPAMEISTER. Der favorisierte Spanier schrieb im Nachgang auf seinem Facebook-Account, dass er mit den Bedingungen nicht zurecht kam. Mein Plan ging auf.

 

Bereits ein paar Tage zuvor habe ich im Speerwurf einen soliden siebten Platz errungen mit einer Bestweite von 52,06m und insgesamt vier Würfen über 50m. Damit kann ich durchaus zufrieden sein. Mehr wäre auch bei Bestleistungen wohl nicht drin gewesen.

 

 

WM-Gold war zum Greifen nahe

Deutscher Doppelsieg in Daegu im Speerwurf – 52,11m bringen Silber

 

25.3.2017:

Wie auch bei den Deutschen Meisterschaften vor wenigen Wochen sah es auf dem Treppchen so aus, dass Jens Kresalek vor mir stand. Mit 53,17m holte er sich bei den Hallen- und Winterwurf-Weltmeisterschaften in Daegu (KOR) die Goldmedaille, knapp einen Meter dahinter gewann ich mit 52,11m Silber. Dabei war mein letzter Versuch der vielleicht beste. Leider landete er außerhalb der erlaubten Zone und war damit ungültig. Dennoch ist diese Silbermedaille mein bislang größter internationaler Erfolg.

 

Über 60m Hürden erreichte ich im Vorlauf die fünftbeste Zeit und qualifizierte mich in 9,02 Sek. sicher für das Finale. Mit vollem Risiko begann ich dann den abschließenden Lauf. Die Rechnung ging zwar nicht auf, aber ich bin mit dem 6. Platz in einem top besetzten Endlauf sehr zufrieden. Die Zeit von 9,34 Sek. spielt eine untergeordnete Rolle.

 

Zum Abschluss wurde ich noch für die 4x200m-Staffel nominiert. Wir hatten gute Chancen, auch hier noch eine Silbermedaille zu gewinnen. Nur Großbritannien war einfach zu stark besetzt. Also hieß es auch hier, bei den Wechseln volles Risiko einzugehen, um die Briten vielleicht noch zu einem Fehler zu zwingen. Dementsprechend knapp waren alle Wechsel zwischen den Läufern. Und das wurde schließlich auch bestraft, denn beim Wechsel zwischen Jochen Gippert, dem 2. Läufer und mir, kam es zu einer Überschreitung der Wechselmarke und der Disqualifikation. Aber das ist es, was den Staffellauf so spannend macht. Für mich war die WM insgesamt eine großartige Erfahrung und ein toller Erfolg. Jetzt beginnt auch schon die Vorbereitung für die Freiluftsaison.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Markus Paquée